
Wenn die Welt mit mir begann
Gestern, kurz bevor ich eingeschlafen bin, kam dieser Gedanke, der sich irgendwie in meinem Kopf festgebissen hat: Was, wenn die Welt nur existiert, weil ich sie wahrnehme?
Ich glaube eigentlich nicht an ein Leben nach dem Tod. Für mich ist der Gedanke, dass danach einfach nichts ist, nicht beängstigend – eher logisch, vielleicht sogar beruhigend. Aber dann kam die nächste Frage: Wenn ich nicht mehr bin, hört dann auch die Welt für mich auf zu existieren? Und hat sie überhaupt existiert, bevor ich da war?
Vor der Geburt:
Das erste Nichts
Bevor ich geboren wurde, war ich nichts. Kein Gedanke, kein Körper, keine Erinnerung. Die Welt drehte sich, Menschen lebten, liebten, starben – aber nicht für mich. Ich war kein Teil davon, und deshalb war sie, in meinem Bewusstsein, nicht da.
Wenn man das so denkt, beginnt die Welt mit der Geburt jedes Einzelnen. Erst in dem Moment, in dem wir das erste Mal wahrnehmen, existiert für uns etwas. Vielleicht ist die Welt gar kein fester Ort, sondern ein persönliches Universum, das in jedem Bewusstsein neu erschaffen wird.
Während des Lebens:
Die Illusion der Kontinuität
Wir nehmen an, dass es „die Welt“ gibt – unabhängig von uns. Dass sie da ist, auch wenn wir schlafen, dass sie weiterläuft, während wir träumen. Aber eigentlich wissen wir das nicht. Alles, was wir kennen, ist unsere Wahrnehmung davon.
Vielleicht ist das Leben wie ein Film, den man mitten in der Handlung beginnt. Man kennt den Anfang nicht, und wenn der Abspann kommt, glaubt man, dass die Geschichte weitergeht – nur ohne einen selbst. Aber was, wenn der Film mit uns endet, einfach weil niemand mehr da ist, um ihn zu sehen?
Nach dem Tod:
Das zweite Nichts
Wenn nach dem Tod wirklich nichts ist, dann ist das kein endloses Schwarz, kein ewiges Schweigen – sondern einfach kein Sein. So wie vor der Geburt. Und wenn ich dann nichts mehr wahrnehme, dann hört für mich auch die Welt auf zu sein.
Das klingt traurig, aber eigentlich ist es nur konsequent. Vielleicht ist das Leben ein kurzer Moment des Bewusstseins zwischen zwei Unendlichkeiten des Nichts. Ein Aufblitzen. Und genau dieses Aufblitzen ist das, was zählt.
Wenn das stimmt, dann ist jeder Augenblick, in dem ich atme, spüre, male, fühle – ein winziges Wunder. Die Welt existiert, weil ich sie gerade erlebe.
Gedanken zum Mitnehmen
Vielleicht geht es im Leben nicht darum, ewig zu bestehen, sondern überhaupt einmal da gewesen zu sein. Einmal gesehen zu haben, was Licht ist. Einmal geliebt zu haben.
Wenn die Welt mit uns beginnt und mit uns endet, dann sind wir nicht klein und bedeutungslos – sondern der Mittelpunkt eines ganz eigenen Universums.
Und vielleicht ist genau das tröstlich.
Musik für den Moment
Manchmal bleibt nach solchen Gedanken eine Stille, die nicht leer ist, sondern tief. Musik kann sie füllen, ohne sie zu zerstören. Diese Playlist ist für die Stunden, in denen du über das Nichts nachdenkst – und über das, was dazwischen liegt.
Abschluss
Was glaubst du – existiert die Welt weiter, wenn du sie nicht mehr wahrnimmst?
Oder ist alles nur so lange real, wie du es fühlst?
Teilt eure Gedanken gerne in den Kommentaren.
