
Wenn Wege sich verändern
Manchmal steht man da und merkt, dass der eigene Weg plötzlich leiser wird. Dinge, die gestern noch klar wirkten, fühlen sich heute wie ein Nebel an. Und ich glaube, wir reden viel zu selten darüber, wie oft Träume sich verändern dürfen. Wie oft man abbiegen darf. Wie normal es ist, mitten auf der Strecke stehenzubleiben und neu zu sortieren.
Genau in so einer Phase bin ich gerade.
Mein persönlicher Umbruch
In den letzten Wochen ist bei mir vieles in Bewegung geraten. Klinik Kunst war lange mein sicherer Anker. Ein Projekt, das aus mir gewachsen ist, weil ich tiefe Gefühle visualisieren wollte. Ich wusste, wofür ich stand und was ich erzählen wollte. Und trotzdem hat sich leise etwas verschoben. Nicht laut, nicht plötzlich, eher wie ein inneres Ziehen, das man erst ignoriert und dann doch nicht mehr überhören kann.
Jetzt sitze ich immer wieder da und merke, wie viel unter der Oberfläche in Bewegung ist. Die Art, wie ich arbeite. Die Frage, wie sehr ich mich zeigen möchte. Was ich mit meiner Kunst langfristig will. Und dazwischen das ganze Organisatorische: Selbstständigkeit, Workflows, Coaching, die Realität, dass ich gerade neu anfangen muss und gleichzeitig nicht weiß, worauf ich zugehe.
Es fühlt sich an, als würde ich zur gleichen Zeit aufbrechen und ankommen. Als würde ich Türen öffnen, die ich noch nicht erkenne. Alles ist unsicher, aber nicht sinnlos. Es ist eine Phase, in der man innerlich wachsen muss, auch wenn man sich von außen betrachtet eher kleiner fühlt. Und obwohl es anstrengend ist, weiß ich, dass dieser Umbruch wichtig ist. Er zwingt mich, mich mit mir selbst ehrlicher auseinanderzusetzen, als ich es in ruhigeren Zeiten getan hätte.
Unsicherheit, Neuanfang und die Frage: Wofür stehe ich?
Diese Zeit löst unglaublich viel aus. Unsicherheit, Instabilität, dieses Gefühl, sich selbst kaum greifen zu können. Es fühlt sich manchmal an, als hätte ich mir selbst den Boden unter den Füßen weggezogen, obwohl es gleichzeitig der richtige Schritt war. Das macht etwas mit einem. Es macht einen verletzlich. Wach. Überempfindlich.
Ich frage mich oft, wie man für etwas stehen kann, wenn das „Etwas“ ständig in Bewegung ist. Wie man Stabilität ausstrahlen soll, wenn man innerlich an so vielen Stellen bröckelt. Und wie gerecht es überhaupt ist, von sich selbst zu verlangen, immer klar zu sein, immer sicher, immer eindeutig. Leben ist nie eindeutig. Veränderung ist keine Ausnahme, sondern der Normalzustand, auch wenn sie einen manchmal erschöpft und überfordert.
Es gibt Tage, an denen ich mich frage, ob ich überhaupt der Mensch bin, den ich sein möchte. Ob ich zu viel schwanke. Ob ich mich zu schnell verliere. An anderen Tagen spüre ich, dass diese Unsicherheit ein Teil des Prozesses ist. Dass sie nicht beweist, dass ich unzuverlässig bin, sondern dass ich mutig genug bin, mich zu verändern.
Trotzdem tut es weh. Weil man sich danach sehnt, einmal klar zu sein. Einmal ohne Angst nach vorne zu gehen. Doch vielleicht ist das genau der Punkt: Man geht trotzdem. Und allein das zeigt, dass man wächst, auch wenn man sich selbst gerade wackelig fühlt.
Was mir hilft – Werte als Kompass
In meinem Coaching hatten wir eine ganze Stunde nur über meine Werte gesprochen. Und es war das erste Mal seit Langem, dass etwas in mir nicht unsicherer, sondern ruhiger geworden ist. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas scheinbar Einfaches wie Werte so viel Orientierung geben kann. Nicht im Sinne eines festen Plans, sondern wie ein Licht, das auf Dinge fällt, die man vorher nicht klar gesehen hat.
Als ich meine fünf wichtigsten Werte vor mir hatte, schwarz auf weiß, hat sich ein Teil meines inneren Chaos sortiert. Nicht alles. Aber genug, um wieder tief zu atmen.
Selbstentwicklung, Empathie, Kreativität, Akzeptanz, Gelassenheit.
Diese fünf Worte fühlen sich an wie etwas, das bleibt, selbst wenn alles andere im Wandel ist. Wenn ich gerade an meinem Projekt zweifle oder an mir selbst, erinnern mich diese Werte daran, warum ich das alles überhaupt mache. Dass Klinik_Kunst niemals ein Produkt sein sollte, sondern ein Ausdruck. Ein Raum für Wahrheit, nicht für Perfektion. Ein Platz, an dem ich mich selbst nicht verliere, sondern wiederfinde.
Und wenn mein Weg sich verändert, dann nehme ich diese Werte mit. Sie geben Halt, ohne starr zu sein. Sie geben Richtung, ohne mich einzuengen. Und sie helfen mir gerade durch diese Zeit, die chaotisch wirkt und gleichzeitig der Beginn von etwas Größerem sein könnte. Vielleicht muss man gar nicht wissen, wo man landet, solange man weiß, mit welcher Haltung man dorthin geht.
Gedanken zum Mitnehmen
Wege dürfen sich ändern. Du auch. Und manchmal ist nicht der neue Plan das Wichtige, sondern die Haltung, mit der du ihn findest.
Musik für den Moment
Eine Playlist für alle, die zwischen Unsicherheit und Neuanfang stehen.
Abschluss
Wenn du gerade selbst in einem Umbruch steckst:
Welche Veränderung zeigt sich bei dir am stärksten – und wie fühlst du dich dabei?
Vielen Dank fürs Lesen, ich würde mich über deine Gedanken in den Kommentaren freuen!
